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Christoph Wieland im Interview

Christoph Wieland im Interview

Christoph Wieland erklärt, wie der Lions Club 3Seen/Lacs die Region unterstützt

Turnschuhe, Jeans und ein sportliches Hemd – so erscheint Christoph Wieland zum Interview. Seine Kleidung ist überhaupt nicht aussergewöhnlich, sein Lebenslauf dafür umso mehr. Nach der abgeschlossenen Berufslehre als Lastwagenmechaniker in Fribourg, nimmt der heute 33-Jährige direkt die Polizeischule in Angriff. Nach sechs Jahren Arbeit bei der mobilen Einsatzpolizei in Fribourg kommt er 2011 in den Familienbetrieb Wielandbus AG, wo er heute das operative Geschäft leitet. Als wäre das nicht genug Arbeit, beginnt er 2015 sein Jurastudium an der Universität Fribourg, welches er in Kürze mit dem Master abschliessen kann.

Christoph Wieland, wie sind Sie zum Lions Club gestossen und wie lange sind Sie schon dabei?
Auf den Verein aufmerksam wurde ich durch einen Freund, der mich zu einem Lunch des Clubs eingeladen hat. Das war vor ungefähr drei Jahren. Ich lernte schnell die Mitglieder kennen und war überzeugt vom Gedankengut des Clubs.

Was macht der Club genau?
Das Ziel des Clubs ist es, Mitglieder zusammenzubringen, die freiwillige Dienste für die Region und die Menschen aus der Region leisten wollen. Dabei geht es einerseits um finanzielle Unterstützung, vor allem aber um Hilfe, die man in Form von Arbeit leistet. Ein gutes Beispiel ist unser Essensstand am Lichtfestival, welchen wir mit anderen Service-Clubs der Region betrieben haben. Mit dem Erlös dieses Engagements wird ein Kinderheim in Kerzers unterstützt.

An welchem Projekt arbeiten Sie im Moment? Woher kommt die Idee?
Aufgrund meiner früheren Arbeit im Gemeinderat, war ich damals Mitglied der Sozialkommission der Region Murten. Dort wird mithilfe der SKOS-Richtlinien entschieden, wer Sozialhilfegelder erhält und wer nicht. Dabei kam es einige Male vor, dass Personen aus einkommensschwachen Familien Anträge für finanzielle Unterstützung gestellt haben, welchen wir, aufgrund der erwähnten Richtlinien, nicht entsprechen konnten. Besonders störend empfand ich es, wenn es um Anträge für die Förderung von Kindern und Jugendlichen ging, zum Beispiel um ein musikalisch begabtes Kind, welches kein Instrument spielen konnte, weil sich die Familie die Miete für das entsprechende Instrument nicht leisten kann. Ich fand das besonders schade, da hier der Wohlstand hoch ist und man dieses Geld meiner Meinung nach sollte auftreiben können. Als ich dann zum Lions Club kam, brachte ich die Idee eines Fonds ein, der eben solche Dinge finanzieren soll. Der Vorstand war überzeugt und wir gründeten daraufhin den Fonds «Kids 3 Lacs». Der Lions Club 3 Seen/Lac zahlt nun jährlich einen Betrag in diesen Fonds ein. Die eingereichten Gesuche werden durch den Sozialdienst der Region Murten vorbereitet. In einem 3er Gremium, bestehend aus einer Person des Sozialdienstes der Region Murten, einer Vertreterin der Gemeinde Murten sowie mir, werden sie abschliessend behandelt und entschieden. Das Beziehen von Sozialhilfe ist keine Voraussetzung für eine finanzielle Unterstützung aus dem Fonds Kids 3 Lacs. Er steht somit allen Bewohnern des Seebezirks offen.

Werden solche Aktivitäten nicht von öffentlicher Seite unterstützt?
Nein, weil sie nicht lebensnotwendig sind. Die öffentliche Hand beschränkt sich heute in sozialen Fragen fast nur noch auf Unterstützungsleistungen, die lebensnotwendig sind.

Was war für Sie persönlich der schönste Moment in Ihrer Zeit beim Lions Club?
Einen speziellen Moment, der heraussticht, gab es nicht. Es sind die guten Leute, die dabei sind. Mir gefällt der Gedanke, dass sich Leute zusammenschliessen, um solche freiwilligen Dienste für die Region zu leisten. Es ist der Groove dahinter, die gemeinsame Motivation, die mich antreibt!

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